SSES #3, Schöneck 03

Deutsche und Luxemburger Enduro-Meisterschaft beim SSES #3 in Schöneck

Am vergangenen Wochenende wurden neben den Deutschen auch die Luxemburger Enduro-Meisterschafen im Rahmen der 3. SSES in Schöneck ausgetragen. Unser zweifacher Luxemburger Meister Jon ging mit der Mission seinen Titel zu verteidigen an den Start. Hier sein Bericht:

Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren wurde die Luxemburger Meisterschaft nicht mit der belgischen, sondern gemeinsam mit der Deutschen Meisterschaft ausgetragen. Dieses bedeutete eine weitaus längere Anreise, aber vor allem auch ein viel anspruchsvolleres und professionelles Rennen.

Auch die Konkurrenz war dieses Jahr ein gutes Stück stärker, denn neben Downhill-Meister Janek war auch der XCO-/XCE-Worldcupfahrer und mehrfacher Luxemburger XC- und CX-Meister Christian Helmig am Start. Ich wusste also, dass ich ein sehr gutes, wenn nicht sogar ein perfektes Rennen fahren musste, um es ganz oben aufs Treppchen zu schaffen.

SSES #3, Schöneck 01

Foto: Benjamin Prescher / mtb-news.de

Zuerst stand am Samstag aber mal das Training an. Für die Elite standen sieben Stages auf den Menü, davon drei im Bikespark, zwei auf frisch abgesteckten Trails in Steinbruch, eine entlang der Skisprungschanze der Vogtlandarena und eine im Stadtpark von Schöneck. Es war ein also klasse Mix von allem, was die Schönecker Gegend so zu bieten hatte und alle Stages machten richtig Spaß. Als letzten Trainingsrun fuhr ich mit Yannick ein zweites Mal die Stage 4 runter, wobei mir die letzte Kurve etwas misslang und ich mir durch eine falsche Bewegung die Schulter leicht verletzte. Das Problem ist mir schon seit einigen Jahren bekannt. Es ist eine häufig wiederkehrende Sehnenentzündung, die ich durch regelmäßige Übungen aber schon fast ein Jahr ganz im Griff hatte. Umso mehr warf mich das ganze jetzt aus dem Konzept. Es war so lange gut gegangen und für das wichtigste Rennen der Saison kam es wieder.

Hier nochmal einen großen Dank an Marc, der mir für den Prolog Tape auslieh, sodass ich wenigstens versuchen konnte weiterzufahren. Den Umständen entsprechend lief der Prolog auch ganz gut. Ich hatte mir vorgenommen es anfangs ruhig angehen zu lassen und während des Laufes dann zu sehen wie sich die Schulter anfühlen würde. Das lief auch ganz gut und ich konnte am Ende der Stage auch relativ gut Gas geben ohne, dass mich die Schulter viel gestört hat. Das Ergebnis war auch ganz ok. Fünf Sekunden hinter Christian schienen mir in dem Moment aufholbar.

SSES #3, Schöneck 05

Mit getapter Schulter, einem Icepack und der Hoffnung, dass es am nächsten Tag besser gehen würde, ging es dann auch recht schnell auf die Couch unserer Ferienwohnung im Klingental und dann auch recht schnell ins Bett. Am Bike musste ich nichts weiter verändern, da in Training alles super lief. Dank Christans super Service von Fastforward Suspension.

Über Nacht hatte es stark gewittert so dass ich morgens noch schnell vorne den DZO Schlammreifen von Hutchinson aufzog und dann ging es schon recht früh los in einen langen Tag auf dem Rad. Dass es bei der Meisterschaft nass ist, ist ja in den vergangenen Jahren schon fast zur Tradition geworden und eigentlich hab ich auch nichts dagegen. Das Problem war nur, dass gerade die ungeplanten raschen und hektischen Bewegungen beim Korrigieren kleiner Rutscher die Schulter am meisten belasten. Und solche Bewegungen würden bei den Konditionen sicher nicht ausbleiben. So fuhr ich die ersten zwei Stages viel zu konservativ und ich war so darauf konzentriert meine Schulter zu schonen, dass ich manche Schlüsselpassagen aus dem Training komplett vergessen hatte.

SSES #3, Schöneck 04

Auf dem langen Transfer zur Stage 3 fühlte ich mich ziemlich schlecht und der Schulter ging es auch nicht besser. Einen Moment lang dachte ich sogar daran aufzuhören, aber den Gedanken verwarf ich schnell. Es waren ja nicht so viele Luxemburger im Rennen. Stage 3 und 4 waren dann wieder etwas besser, nur dass der super lange Transfer furchtbar viel Kraft kostete. Das machte sich auf den Stages 5 und 6 bemerkbar. Der Tank war einfach fast leer. Stage 7 würde dann in der umgekehrter Reihenfolge zum aktuellen Rennstand erfolgen, sodass wir nach der Stage 6 ein Zwischenergebnis bekommen würden.

SSES #3, Schöneck 06Es war dann auch Christian mit dem ich am Timecheck ankam, sodass ich gleich sehen konnte, dass ich knapp 40 Sekunden hinter ihm lag. Auf fast jeder Stage hatte er mir fünf Sekunden abgenommen. Nur auf der 3. konnte ich ihn schlagen, aber das sollte nicht reichen um an ihn ran zu kommen. Auf den beiden letzten Stages hatten Christians super Ausdauer und Kraft mir einfach keine Chance gelassen.

Gespannt warteten wir noch auf die anderen Luxemburger. Also bis jeder eingelaufen war stand noch vor der letzten Stage das Ergebnis fast fest. Yannick war knapp eine Minute hinter mir und auch die 40 Sekunden auf Christian würde ich nicht aufholen können. So kam es dann auch: Jeder fuhr die letzte Stage ohne Risiko und am Resultat änderte sich nichts mehr.

Anfangs war ich etwas enttäuscht, aber den Umständen entsprechend ist es dann doch in Ordnung gegen einen Worldcupfahrer und Teilzeitprofi zu verlieren. Gerade dann, wenn man nach der Stage 2 ans Aufgeben gedacht hat.

Im Nachhinein denke ich, dass mich die Schulter eher mental als körperlich gestört hat. Um den Trip nach Island, den ich in zwei Wochen mit meinem Teamkollegen Ben geplant hatte und auf den ich mich schon monatelang freue, nicht zu riskieren, werde ich an diesem Wochenende nicht bei der Enduro One-Serie am Dünsberg an den Start gehen. Bis jetzt war die ganze Saison eher enttäuschend und ich werde ab jetzt nicht mehr den Fokus auf Rennen legen, sodass ich die Ferien entspannt genießen kann.

SSES #3, Schöneck 02

 

No Comments

Leave a Comment

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.