SDC Bellwald 03

iXS SDC #3 in Bellwald / SUI – Das letzte Rennen der Saison

Für mich startete das Raceweekend bereits am Mittwochabend in Bellwald.

Dort machte ich mich bereits auf den Weg vom Zürcher Oberland zum iXS SDC Bellwald. Nach einer entspannten Fahrt, die doch dann ungeplant über einen Pass ging, kam ich gegen 22:30 Uhr in Bellwald an. Ein Teil der Gruppe war schon da, ein anderer kam am Donnerstagabend. Auch auf Anna, mein Teammate, musste ich noch verzichten. Mittwochabend also nur noch fix geparkt und schlafen gegangen.

Wir sind morgens dann mit den ersten gefrorenen Scheiben in Bellwald aufgewacht. Puuuhh, war das kalt. Überall lag klitternder Frost und der Atem wurde in kleinen Atemwölkchen wieder ausgepustet.  Und ja, wir sind hier zum Fahrradfahren, nicht Snowboarden. Naja, erste Kälte überstanden und die ersten Sonnenstrahlen abgewartet ging es aufs Bike. Der Track sollte staubig und trocken sein.

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Trainingsruns

Ich war zwar zum Training die letzten Wochen schon einmal da, allerdings wird die Strecke zum Rennen ein wenig geändert. Also die erste Abfahrt einfach mal runterrollen und sich alles anschauen. Puh, Gefühl ist noch keines da. Die Strecke war wirklich trocken und staubig. Und so legte es mich auch schon im ersten Wurzelfeld recht hart; ich überschlug mich. Die weitere Fahrt war somit eine recht versteifte Angelegenheit. Gefühl weg, Lockerheit weg. Kurz gesagt: Ich kam mir vor wie das erste Mal auf dem Bike. In der zweiten Abfahrt schoss es mich in einem der Speedstücke nochmals heftig raus. Naja… sortiert, runtergerollt und erstmal hingesetzt. Krisensitzung mit mir selbst.

Nochmal runter

Gerade als ich mich erkundigen wollte, ob ich stattdessen nicht auch einen Tenniskurs machen könnte statt Downhill fahren, kam Bryan, einer der Dragon Cycle Fahrer, und ermutigte mich nochmals einen gechillten Run zu machen. Dieser war dann auch ganz okay. Der Tag wurde also gestrichen und ich freute mich auf morgen. Am Abend habe ich noch Pneu gewechselt. Ich entschied mich für einen High Roller vorne und Magic Mary hinten. Eine absolut gute Mischung und Entscheidung wie sich herausstellte. Außerdem bekam meine Gabel noch einen kleinen Service und somit war ich auch dort wieder geschmeidig unterwegs. Am Abend kam dann endlich Anna und noch ein paar weitere dazu und es wurde die Strategie für Freitag überlegt. Ah nein, das war gelogen. Eigentlich genossen wir nur das Wiedersehen und freuten uns auf die folgenden Renntage.

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Der Freitagmorgen begann gemütlich

Trackwalk war erst um 12:00 Uhr. Vorher haben wir die Startnummern geholt. Es war bitterkalt, doch mit jeder Stunde mehr Sonne wurde es ein wenig angenehmer. Der Trackwalk verlief wie üblich: Lines wurden besprochen; möglich/unmöglich; schnell/ langsam usw. Dann war es an der Zeit dies auf dem Track umzusetzen. Obwohl es gestern so schlecht lief bin ich trotzdem mit einem guten Gefühl losgefahren. Habe es komplett abgehakt und so kam es auch: Das Training war super, ich habe mir die Strecke zusammen mit Anna angeschaut. Wir haben verschiedene Sachen probiert und die anderen Fahrer beobachtet. Drei Abfahrten sollten reichen. Am Abend folgte gemütliches Zusammensitzen und früh schlafen gehen um fit zu sein.

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Samstagmorgen

Eine dicke Nebeldecke legt sich über den gesamten Trail. Warm anziehen und los. Shit, nicht zu ertragen. Die Fahrt hoch ist der Horror. Völlig verfroren mussten wir uns oben erstmal enteisen und aufwärmen. Nach dem wir wie aufgescheuchte Hühner umhergesprungen sind, um uns so gut wie möglich wieder warm zu kriegen, ging es auf dem Track. Oh nein – ich warm – aber meine Bremse versagte in der ersten Kurve völlig! Dem Streckenposten fast in die Arme geslidet. Ich mit ausgestreckten Bein um die Kurve… wow, Glück gehabt!

Im Weiteren hatten Anna und ich arge Probleme mit den kalten Fingern auch nur irgendetwas kontrolliert zu händeln. In der Mitte der Strecke, noch immer nicht warm, hielten wir. Wir einigten uns auf langsames weiter rollen und aufzuwärmen. Durch den Nebel kam noch hinzu, dass die Gläser der Goggles extrem beschlugen; weitere, erschwerte Bedingung.

Die Zweite Abfahrt in Bellwald

nach einem warmen Getränk wurde schon besser. Ich fuhr mit Bryan (Team Dragon Cycle) und lies mich ein wenig ziehen. Eine weitere Abfahrt im Abschluss auch noch und zum Schluss – ohne ziehen zu lassen – wäääm… Zielsprung! Get it! Er fühlte sich grooooss an, aber geil. Also Schluss für heute, Training beendet, die Quali stand an. Startzeiten waren bekannt, Powernap and go. Oben ordentlich aufgewärmt, Bremse gecheckt und los ging’s. Ich startete vor Anna. Die Quali verlief sauber, das Gap in der Mitte nicht genommen. Die Chickenline kostet allerdings leider recht viel Zeit und bei einem Stück, wo es bergauf ging, stand ich. Mist… gut Zeit verloren also. Die Quali habe ich somit dann mit dem 5. Platz beendet, Anna kam auf Platz 8. Ich wusste, dass ich nun im Rennen das Gap springen muss oder ich verliere wieder unzählige Sekunden. Ständig kam es mir wieder in den Kopf. Also am Sonntagmorgen im Training angeschaut, aber dennoch nicht gesprungen. Ich war zu spät dran um nochmals hoch zugehen.

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Sonntag – Renntag

SDC Bellwald 18Als nächsten folgt ein schnelles Stück: Double und zwei Drops hintereinander. Mein Bike tönt fürchterlich, shit, ist alles okay? Ich halte an, traue den Geräuschen nicht. Alles gewagt, aber verloren. Breche ab und rolle runter. Verstaubt und ein wenig deprimiert über den Ausgang des so gut angefangenen Runs. Aber dann nochmal alles überdacht und insgesamt wirklich sau gut zufrieden. Dafür, dass ich nicht so wohl mit der Strecke war zu Beginn und vom harten Sturz letzten Jahr auf genau diesem Track, hat es eine so positive Wendung genommen und ich habe mich nochmals stark entwickeln können. Somit freue ich mich auf die nächste Saison und bin traurig, das diese schon zu Ende ist.

Fazit

Für Anna verlief das Rennen souverän gut wie immer. Auch für sie war es ein guter Saisonabschluss. Nun werden die Enduros gepackt und das Gym-Wintertraining wieder vermehrt aufgenommen.

Noch mehr Bilder gibt es H I E R

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