Bike Attack 17 09

TREK Bike Attack und Saisonrückblick von Anna

So langsam geht die Saison 2017 dem Ende entgegen und es wird Zeit für einen Saisonrückblick. Unser Flying Doctor Anna hat ihr Saisonhighlight, das TREK Bike Attack, noch einmal Revue passieren lassen:

Für mich war eine renntechnisch eher ruhige Saison, da ich leider jobbedingt an Wochenenden oft eingespannt war und nicht so viele Rennen fahren konnte. Der Fokus war dieses Jahr einfach anders. Aber definitiv kann ich trotzdem auf ein paar Highlights zurückblicken, auf viele hammer-schöne Stunden auf dem Bike und gute Zeiten mit Freunden vor und nach dem Biken.

Auch ein Saisonrückblick beginnt mit dem Anfang

Anfang des Jahres konnte ich zusammen mit ein paar guten Freunden meinen Camper-Bus ausbauen, der ist einfach zu einem Traum auf vier Rädern geworden ist. Für mich die absolute Entspannung das Bike einzuladen, dort einzusteigen, einfach irgendwo in die Berge zu fahren und schon alles dabei zu haben. Anders als im letzten Jahr, wo ich hauptsächlich zu den Swiss-Cup Rennen gefahren bin, konnte ich dieses Jahr auch einfach mal neue Enduro-Spots erkunden, was mega-viel Spaß gemacht hat. Man sieht so viel mehr von der Gegend, die Aussicht ist einfach atemberaubend.

Saisonrückblick 2017 03
Saisonrückblick 2017 02
Saisonrückblick 2017 01

Zwei Wochen vor dem Bike-Attack, einem Enduro-Massenstart-Rennen, was ich in diesen Jahr unbedingt mitfahren wollte, kam genau passend mein neues Identiti Mettle an. Ich war am Anfang ja ehrlich gesagt ein wenig skeptisch. Nach den ersten paar Kurven war ich einfach nur verliebt in das Teil. Was soll ich sagen? Es passt einfach. Fühlt sich super an. Macht einfach Spaß.

 

Dazu kam noch eine riesige Ladung Klamotten von FLY Racing, die BOX-Komponenten... Einfach der Hammer.

Das TREK Bike Attack war definitiv ein Highlight

Ich habe ja noch nie so ein Enduro-Rennen gefahren, wusste gar nicht, was da auf mich zukommt. Normalerweise sind unsere Rennläufe im Downhill ja nach ca. 5 Minuten vorbei. Hmm… das Ding ist definitiv anders.

Wir kamen da mit unseren Campern freitags an, nach zwei Hammer-Wochen Bikeurlaub. Wir haben uns zuerst mal die Strecke angeschaut. Man ist da ganz oben auf dem Rothorn, in der Lenzerheide. Eine krasse Kulisse. Und dann erst mal nur Geröll. Vom Gröbsten. Haha… so was bin ich bis jetzt noch nie gefahren. Musste mich erst mal dran gewöhnen. Dann ging es aber gut. So sind wir gemütlich mal da komplett runtergefahren. Ich hab aber schnell gemerkt, dass ich normalerweise mit mehr Federweg kurze Strecken runter fahre. Ich dachte, ich wäre einigermaßen fit, aber das habe ich dann schnell revidiert.

Die Quali beim TREK Bike Attack

Am Samstag war die Quali, die nur von der Mittelstation bis ins Ziel führte. Also die Hälfte der Strecke, die beim Rennen gefahren wird, und mit Einzelstart. Ich habe Vollgas gegeben, so wie ich es vom Downhill kenne. Nach 5 Minuten kamen dann die ersten Gedanken wie „Shit, wo ist das Ziel?“. Da wurde mir so langsam klar, dass man so ein Enduro-Rennen irgendwie ganz anders angehen muss. Kräfte mehr einteilen. Ich konnte nicht Vollgas fahren, nicht mal runter, weil ich einfach nicht die Kondition hatte. Von der Kraft her war es überhaupt kein Problem. Aber die Puste. Irgendwann war nur noch „Atmen“ in meinem Kopf, egal wie, einfach weiter. Irgendwie kam ich im Ziel an. Puh.... hat Mega-Spaß gemacht, aber ich war einfach nur kaputt. Und ich wusste, dass ich am nächsten Tag doppelt so lang durchhalten muss. Wie soll das gehen? Mir war klar, dass mein Ziel sein wird einfach bis ins Ziel durchzuhalten. Mehr würde nicht gehen dieses Jahr. Und der Massenstart. Das konnte ich mir auch noch nicht so ganz vorstellen, wie das werden soll. Die Stimmung unter uns Mädels war aber einfach nur super.

Es folgte das Rennen beim TREK Bike Attack

Sonntagmorgen hieß es früh aufstehen. Man musste ein paar Stunden vor dem Start oben sein, um das Bike zu platzieren. Der Startblock der Mädels ist ja nicht so groß und so habe ich mich mal recht weit hinten eingereiht, damit die ganz Schnellen mal vorne weg losheizen können. Man steht am Start und weiß es gibt jetzt dann ca. 45 Minuten Vollgas… alles geben. Es ist einfach so viel weniger gut planbar als bei einem Downhillrennen, wo man alleine eine Strecke fährt, die man schon gut kennt. Wie wird das sein, sich in dem Geröll auch noch mit Full Speed zu überholen? Wieder einfach genial war, wie wir Mädels uns gegenseitig Mut gemacht haben.

Count Down runter von 10: Los ging es. Erst mal Stau im Geröll oben bis man sich eingereiht hat. Um die erste Kurve, die ist schwierig. Alles fliegt einem um die Ohren, lose Steine so gross wie ein Kinderkopf, überall rollt es unter einem. Dann hatte ich ‘ne Lücke, konnte durch das grobe Zeug mal die Bremsen offen lassen und an ein paar Mädels vorbei fräsen. Dachte noch «voll geil, da kommt einem das Downhill Zeug zu Gute... kann ja sogar einige überholen». Und immer wieder etwas Uphill. Puh. Atmen. Einfach keinen Platten haben. Während des Rennen feuern wir Mädels uns an. „Häng dich bei mir dran!“ Irgendwie hatte ich das Gefühl, wir fahren da im Team runter, nicht gegeneinander.

Bei einer Traversen hat’s mich dann fast hingelegt. Plötzlich habe ich einfach mit der Pedale irgendwo am Stein eingehangen, aber noch mal Glück gehabt. Und weiter. Immer wieder versucht einfach so kraftsparend aber schnell wie möglich zu fahren. Mega-Spaß wechselt sich mit dem Gefühl „Shit, kann jetzt schon nicht mehr, da kommen noch 30 Minuten Race“ ab.  Ich habe gemerkt, mit mehr Kondition hätte ich selbst beim Runter fahren so viel mehr Speed fahren können, aber nun in dem Moment gibt man was geht.

Dann kam der längere Uphill-Teil und das fast am Ende der ganzen Strecke. Oh – mein - Gott. Da habe ich dann sehr ordentlich gemerkt, dass ich fast nie hoch trete. Und neeeeiiiin… die ganzen Mädels, die ich beim groben Downhill-Teil überholen konnte, konnten jetzt mich wiederum hinter sich lassen, sie feuerten mich an, aber mehr ging nicht. Egal. Irgendwie war ich oben. Und ich wusste, wenn ich bis hier gekommen bin, dann pack ich es bis ins Ziel. Noch mal alles rausgehauen, was ging. Und im Ziel.

Puh. So kaputt. Und so glücklich. Hammer Strecke. Alles drin: Oben hochalpines Geröll, dann Wiesen, enge Kurven, Wurzeln, einfach alles. Am Ende war ich irgendwo in der Mitte des Mädelsfeldes gelandet. Besser als ich vorher gedacht habe. Und ich war angefixed von dem Enduro-Renn-Ding. Obwohl man sich zwischendurch fragt, warum man sich das eigentlich antut. Haha. Das gehört wohl dazu.

Ich habe viel gelernt. Vor allem, dass ich jetzt mal mehr auch hoch treten möchte, fitter werden will. Mal sehen, was im Winter alles so geht. Aber ein richtiges Saisonende sehe ich noch nicht kommen. Ich freu mich drauf.

Noch ein paar Eindrücke vom Rennen:

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